Pommes Fritz muss ins Internet

heute ein Gastbeitrag von Robert C. Mendez:

Pommes Fritz muss ins Internet!

14 Uhr, irgendwo in Deutschland:

Derweil das vierkantig geschrubbelte Knollengestänge im heißen Öle versenkt, packt Fritz „de Köriwoosch“ ein und fragt den Kunden ob noch ein hellhäutiges Mehlgebäck das lukullische Mahl zieren soll. Noch schnell „Fiafuffzig“ dem hungrigen Menschen aus dem Ledertäschchen gezergelt und schon fliegt gekonnt die nächste Schnitzelarmee in den Bräter, um weitere Mäuler mit MjamMjam auszustatten.

So steht Fritz jeden Tag in seinem Büdchen und beglückt hunderte von Vorbeikommern und Immerwiederkommern. Tag ein, Tag aus… So fragt auch Fritz sich jeden Tag wie er seine Arbeit ertragreicher machen kann, um das Auto schneller abzuzahlen oder auch einfach nur mal sein Büdchen zu renovieren.

Viele Klein- und Mittelständler sind in ihren Möglichkeiten Werbung und Marketing zu machen, stark eingeschränkt. Das Tagesgeschäft lässt oft nicht die Zeit und auch nicht das Geld übrig, um den Markt und die Konkurrenz wirklich genau zu analysieren und gewinnbringendes Marketing auf die Straße und damit an den Kunden zu bringen. So wendet Fritz in der Regel die traditionellen Werkzeuge an und platziert den bekreideten Aufsteller vor der Hütte. Dazu ein paar mit Eding gezierte grell-bunte Schildchen mit Sonderpreis. Vielleicht noch eine Anzeige in der Regionalzeitung oder als Highlight die Anzeige in einem bekannten Branchenbuch. Das war´s und trotzdem war´s das nicht, denn der größere Umsatzschub bleibt meistens aus. Auch wenn Fritz Marmorschilder statt Eding einsetzt und statt Pommes eher Kavier verkauft und 20 Angestellte hat, so hat er dennoch das gleiche Problem.

Muss das heute wirklich noch so sein? Kann das vielbeschworene und als Wunder-Markting-Maschine angepriesene Internet dem Klein- und Mittelstand als Umsatzbringer wirklich helfen? Dieses von Niemanden wirklich verstandene digitale Dingsbums was angeblich so viel kann, viele Millionen Euro in dumme Geschäftsideen verbläst und doch viele Menschen reich gemacht hat!?

Ein klares „Jain“!

Fakt ist, das Internet bietet Möglichkeiten die die Menschen und Unternehmen noch gar nicht erfasst haben. So gibt es schon seit einigen Jahren einige Internet-Unternehmen die dem Klein- und Mittelstand des „Nicht-Internets“ die Starthilfe geben, die nötig ist, um auch für Pommes Fritz das Internet einzusetzen und trotzdem, die oft erhofften Umsatzzuwächse bleiben zu oft aus. Woran liegt das?

In einer ersten Linie dürfte es in der Fehlannahme liegen, dass der Klein- und Mittelstand ein geübter Nutzer des Internets wäre. Dem ist mitnichten so! Geübte Nutzer müssen viel Zeit investieren und genau dies haben die kleinen Unternehmen nicht. Entsprechend muss die Zusammenkunft von kleinen Unternehmen mit dem @ stets über einen Dienstleister erfolgen der dem Unternehmen sämtliche Arbeiten im Bezug auf das Internet abnimmt. Dies funktioniert bei einigen Internet-Dienstleistern im Übrigen bereits erfolgreich. Auch wenn es nur Webdesign und ein wenig SEO ist!

Doch was ist nötig, um den kleinen Unternehmen nicht nur einen qualitativ guten Internetauftritt zu besorgen, sondern auch die Umsätze anzuschieben? Ein Blick in den Spiegel sagt dabei eigentlich nur eines aus: „Verständnis“ und zwar für das Geschäftsmodell jedes einzelnen Unternehmens.

Dieses Verständnis kann kein Branchenbucheintrag erbringen und auch keine Internetseite. Was nutzt es Pommes Fritz bei Suchmaschinen auf Seite 1 zu sein, wenn der Finder in Anatolien sitzt? Die Stichwort heißen hier „Regionalität“ in Verbindung mit „Mehrwert für den Kunden“!

Hier gibt es erste zarte Versuche einiger Unternehmen dem Klein- und Mittelstand zu mehr Reichweite in der der Heimatregion zu verschaffen und aktuelle Angebote an den Endkunden zu bringen um so die Umsätze anzutreiben. Der Erfolg dieser Bemühungen bleibt abzuwarten, lässt jedoch eher darauf schließen das die Erweiterung eines Branchenbucheintrags um aktuelle Tagesangebote oder das überschwemmen der Endkunden mit Coupon- und Punktesammelprogrammen eher einer Operation am Herzen mit einer Streitaxt, als mit einem Laserstrahl gleicht. So ist das goldene Internet-Kalb für den Klein- und Mittelstand also derzeit noch aus Spanplatte und bei der aktuellen Fluktuation der Gründungen an Geschäftsmodellen für den Klein- und Mittelstand in jedem Fall eine sehr interessante Betrachtung. Grundsätzlich ist in jedem Fall zu bedenken, dass ohne eine kompetente und individuelle Sicht der Ansprüche eines jeden einzelnen Klein- und Mittelständlers es kaum möglich sein wird, ihm beim steigern seiner Umsätze mit Hilfe des Internets zu helfen. Die Vergangenheit hat zu oft klar gezeigt, dass es nicht reicht einfach ein Instrument aus dem physischen Markt einfach irgendwie in das Internet zu bringen ohne dabei die speziellen Eigenschaften des Netzes zu beachten.

Einfach nur „Internet“ ist viel zu wenig, ebenso wie einfach nur „Anzeige“, „Schild mit Preis“ oder „Sammeln Sie Punkte?“! Fritz hat also noch einen Weg vor sich den er selbst nicht gehen kann, sondern an die Hand genommen werden muss.

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