Post übernimmt Nugg.ad – sinnvoll?

Wie heute die Medien, wie die ftd, berichten hat die Deutsche Post als weiteres Standbein im Online Bereich neben allesnebenan.de den Predictive Behavioral Targeting Spezialisten Nugg.ad übernommen.

Dazu sei kritisch folgendes angemerkt:

– das Predictive Behavioral Targeting von Nugg.ad basiert auf einer Cookie Technologie. Sprich es werden Daten zum Wiedererkennen des Users in einem Cookie aus seinem Rechner gespeichert. Dies hat den Nachteil, dass er somit dem Einfluss des Nutzers ausgesetzt ist und durch die diversesten neuen Browser entsprechend regelmäßig gelöscht wird.

– des Weiteren werden Cookies mehr und mehr kritisch gesehen und sind seit längerem im Visier der EU – hierzu schrieb ich bereits im November:

Bei der EU steht eine Richtlinie in den kommenden Wochen vor der Absegnung, die viele Unternehmer im Internet vor erhebliche Herausforderungen stellen dürfte. So soll beschlossen werden, dass Cookies nur noch nach vorheriger Einwilligung des Webseiten Nutzer gespeichert werden dürfen. So heißt es in Artikel 5 Absatz 3 der entsprechenden Richtlinie (deutsche Fassung):

“Die Mitgliedstaaten stellen sicher, dass die Speicherung von Informationen oder der Zugriff auf Informationen, die bereits im Endgerät eines Teilnehmers oder Nutzers gespeichert sind, nur gestattet ist, wenn der betreffende Teilnehmer oder Nutzer auf der Grundlage von klaren und umfassenden Informationen, die er gemäß der Richtlinie 95/46/EG u. a. über die Zwecke der Verarbeitung erhält, seine Einwilligung gegeben hat. Dies steht einer technischen Speicherung oder dem Zugang nicht entgegen, wenn der alleinige Zweck die Durchführung der Übertragung einer Nachricht über ein elektronisches Kommunikationsnetz ist oder wenn dies unbedingt erforderlich ist, damit der Anbieter eines Dienstes der Informationsgesellschaft, der vom Teilnehmer oder Nutzer ausdrücklich gewünscht wurde, diesen Dienst zur Verfügung stellen kann.”

Sobald diese Richtlinie verabschiedet wurde, haben die EU-Staaten 18 Monate Zeit, dies in nationales Recht zu übernehmen. Stirbt der Cookie somit in seiner jetzigen Form in 18 Monaten?

Das betrifft mehrere Bereiche des Internets, die nicht unwesentlich sind:

– Werbung/Advertising
– Partnergeschäft / Affiliate
– Webanalyse / Webcontrolling

Firmen wie Wunderloop, Nugg.ad etc. werden also künftig in Probleme geraten.

In diesem Sinne bleibt, neben dem bislang eher bescheidenen wirtschaftlichen Erfolg von Nugg.ad

der Deutschen Post zu wünschen, ob Sie hiermit ein glückliches Händchen bewiesen hat. Der Marktführer Wunderloop war ja nach sich ziehender Insolvenz erst spät von einem Amerikaner gerettet worden. Aber auch hier gilt – wenn der Preis entsprechend niedrig war, kann es ja funktionieren 😉

Advertisements

Ein Gedanke zu “Post übernimmt Nugg.ad – sinnvoll?

  1. Zum Glück hat die Post lt. FTD nur einen „niedrigen zweistelligen Millionenbetrag“ gezahlt. Wenn sie den abschreiben muss, weil Cookies zum Anachronismus werden, juckt es sie wohl kaum.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s