Du – isch sage hello again

Düsseldorf (RP) Howard Carpendale, der längst zum deutschen Lied-Kulturgut zählt, gastiert in der Philipshalle. Düsseldorf kennt er gut. 1966 hatte er seinen ersten Auftritt in einem Club an der Graf-Adolf-Straße – mit Rocksongs.

Howard Carpendale ist am 24. April in Düsseldorf wieder auf der Bühne zu sehen. Foto: Archiv

Jetzt will er sein Publikum mit alten und neuen Stücken überraschen. Wenn Howard Carpendale an Düsseldorf denkt, fällt ihm eine Menge ein. Immerhin war die Landeshauptstadt die erste deutsche Stadt überhaupt, in der er aufgetreten ist. Mit blonder Haarpracht, das versteht sich von selbst. Aber noch nicht mit Schlagern im Gepäck – sondern mit – für die damaligen Verhältnisse – ohrenbetäubendem Lärm. „Ich war mit einer Rockband aus England unterwegs. Unser erster Auftritt war 1966 in einem Club an der Graf-Adolf-Straße“, erinnert er sich. Und was Howie dort gesungen hat, fasziniert ihn bis heute. „Das waren neun Stunden am Stück Rock’n’ Roll: Rolling Stones, Beatles, alles, was in war.“ Sein Lohn damals ist mit heute allerdings nicht mehr zu vergleichen. „Wir haben pro Bandmitglied 40 Mark bekommen.“

Mehr als vierzig Jahre sind seitdem vergangen – und nach wie vor ist Howard Carpendale von bundesdeutschen Bühnen nicht wegzudenken. Daran hat nicht mal seine kurzfristige Abstinenz etwas geändert. Vier Jahre pausierte er, zwischen 2003 und 2007 – und kam dann doch zurück, weil ihm der Kontakt zum Publikum im entfernten Florida gefehlt hatte.

Dass sein Comeback keine Eintagsfliege war, lehrte Carpendale seine Kritiker schnell. Nach seinem Album „20 Uhr 10“ und der damit verbundenen Tour, ging er wieder ins Studio und arbeitete an seinem jüngsten Werk, dessen Titel schlicht und einprägsam ist: „Stark“.

Am 24. April gastiert er jetzt auch erstmals wieder in Düsseldorf. „Ich kenne die Stadt gut, ich habe ja in Köln gelebt und kam gerne zum Shoppen an die Kö oder zum Golfspielen nach Hubbelrath“, erzählt er im Gespräch mit der Rheinischen Post. „Mein letzter Auftritt liegt aber schon lange zurück, acht Jahre, denke ich.“

Für Carpendale das Größte

Wer vom neuen Programm einen Ritt durch 40 Jahre Schlagergeschichte erwartet, wird sich eines Besseren belehren lassen müssen. Howard Carpendale sieht sich vielmehr als Entertainer und probiert gerne aus. „Die Show besteht aus herrlichen Gags, aus neuen Titeln, aus Oldies. Howard Carpedale ist mehr als ,Deine Spuren im Sand’.“

Und so will er sein Publikum unter anderem mit Titeln wie „Every breath you take“ (The Police), „Let me entertain you“ (Robbie Williams) und nicht zuletzt „Pflaster“ (Ich+Ich) verführen. „Das ist für mich das Größte“, bekennt er, „wenn Leute nach der Show kommen und sagen: ,Ich hab’s mir ganz anders vorgestellt’.“ Dennoch müssen sich die Fans des guten alten Schlagers nicht grämen. Natürlich wird Carpendale die Wiedersehens-Hymne „Hello again“ singen. Und dann werden sicher Rosen und andere Devotionalien aus den ersten Reihen nach oben fliegen. Auch so ein Carpendale-Phänomen. Die Karten für die Plätze an der Bühne sind nämlich schon lange weg. „Ja“, grinst der sympathische Südafrikaner, der längst zum deutschen Lied-Kulturgut gehört. „Ich verstehe es auch nicht, aber ich verkaufe sehr stark von vorne nach hinten.“

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