Abzocke bei Last-Minute-Reisen

Düsseldorf. Die Verbraucherzentrale NRW warnt vor Billigangeboten wie DerWesten heute verlautbart und spricht von Etikettenschwindel:

„Wer möglichst günstig verreisen will, kommt um einen Preisvergleich des Komplettpakets sowie einzelner Leistungen nicht herum“, sagte ein Sprecher der Verbraucherzentrale am Montag in Düsseldorf. Gerade Mallorca, die Türkei und Griechenland seien in diesem Sommer attraktive Reiseziele. Doch manche Anbieter versuchten, ihre normalen Katalogangebote als Last-Minute-Schnäppchen zu verkaufen.

Dies sei nach gültiger Rechtsprechung ein Etikettenschwindel. „Ein Reiseanbieter darf seine Offerte nur mit diesem Zusatz versehen, wenn der Trip nicht länger als 14 Tage vor Reisebeginn gebucht werden kann und das Angebot günstiger ist als der reguläre Preis“, betonten die Verbraucherschützer. Ist dies nicht der Fall, genössen Urlauber die gleichen Rechte wie bei langfristig gebuchten Reisen, etwa was die Reklamation von Beanstandungen betreffe.

Bei Last-Minute-Reisen sollten Urlauber zudem auf eine ausführliche Beschreibung des Angebots achten. „Je mehr Einzelheiten bekannt sind, desto leichter kann am Urlaubsort beurteilt werden, ob die versprochene Leistung auch erbracht wird“, betonte die Verbraucherzentrale. Auch einen sogenannten Sicherungsschein sollten Last-Minute-Bucher sich aushändigen lassen, um sich gegen eine Veranstalterpleite abzusichern.

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Betrügerische Branchenbucheinträge

Es gibt in den letzten Jahren immer wieder Versuche auf betrügerische Art und Weise vor allem Klein- und mittelständische Unternehmen mit dubiosen Branchenbucheinträgen abzuzocken.

Die beliebteste der Maschen ist dabei, den Anschein zu erwecken, man sei von einem der offiziellen Gelbe Seiten Verlage und der Kunde müsse nur seinen Eintrag bestätigen – schön zusammengefasst von Andreas Delleske auf seinem Blog:

Zur Zeit flattert allen möglichen Adressen in Freiburg die irgendwie nach Gewerbe aussehen, als Korrekturabzug aufgemachte Auftragsformulare ins Haus, auf denen ein Zweijahresvertrag über einen total sinnlosen Online- Branchen“buch“eintrag in www.branchenbuch.ag
(.ag ist die Pazifikinsel Antigua!!) abgeschlossen werden soll. Und zwar über 1270,92 EUR!

Absender ist eine “Neue Branchenbuch AG” In Frankfurt, dummerweise auch – zufällig oder nicht – Sitz der DeTeMedien.

Auch wenn im Prinzip die Fakten auf dem Papier stehen, wird der Eindruck erweckt es handele sich um “das” Branchenbuch der Telekom bzw. DeTeMedien, in welches man ohnehin automatisch kommt.

Die “richtigen” Gelben Seiten haben ja auch horrende Preise, da fällt es manchem gar nicht auf daß sie hier das Geld mit beiden Händen zum Fenster rauswerfen würden.

Also – hoffentlich fällt niemand drauf rein!

oder ganz aktuell:

Ein neuer, alter Stern am Himmel der Branchenbuch-Abzocker ist die GWE-Wirtschaftsinformationsges. mbH, die unter www.gewerbeauskunft-zentrale.de ein neues Nutzlosregister betreibt.

Die Masche ist wie üblich: Es werden kleine Gewerbetreibende angeschrieben mit einem Formular, das den Anschein erweckt, es handele sich um einen kostenfreien Service eines Branchenbuchbetreibers. Überschrieben mit dem amtlich wirkenden Titel „Gewerbeauskunft-Zentrale“ wird hier um (Nicht-)Aufmerksamkeit geworben.

Der Adressat wird aufgefordert, in dem bereits vorausgefüllten Formular fehlende oder fehlerhafte Daten zu korrigieren und das Ganze dann unterschrieben zurückzusenden. Teilweise steht da sogar, dass die „Rückantwort gebührenfrei per Fax“ möglich sei unter Angabe einer 0800-er-Nummer.

Ganz und gar nicht gebührenfrei ist dann aber der eigentliche Eintrag: Monatlich netto 39,85 Euro soll der dermaßen gelinkte zahlen. Bei einer Laufzeit von zwei Jahren immerhin 956,40 Euro plus Umsatzsteuer. Ein stolzes Sümmchen für ein sehr lückenhaftes und bisher unbekanntes „Zentral“-Register.

Die Husumer Kriminalpolizei rät allen Gewerbebetrieben :

Fallen Sie nicht darauf rein, sondern entsorgen Sie entsprechende Angebote im Papierkorb. Wenn Sie schon Opfer geworden sind: Wehren Sie sich! Es gibt etliche Gerichtsurteile, die diese Art von Geschäftemacherei als rechtswidrig einstufen (allerdings auch einige, die den Abzockerbanden Recht gegeben haben, da die Kostenhinweise in klein gedruckter Form erfolgten).

Es gilt – lieber erst einmal eine Nacht über solche Angebote/Aufforderungen  schlafen, googlen Sie nach der Firma und den dahinterstehenden Personen und erst wenn Sie sicher sind, dann schließen Sie den Vertrag.