Angebotsfinder – Check: Wirtschaftliche Entwicklung kaufda

Ich möchte die künftigen Analysen dadurch anreichern, indem ich mir auch ein wenig genauer die Gesellschafterstruktur und die öffentlich zugänglichen Zahlen der wirtschaftlichen Verhältnisse anschaue. Wie beim letzten mal begonnen, betrachten wir zunächst einmal den nach Traffic gem. Alexa genommen, den anscheinend größten Player im Markt – kaufda.de, bevor wir in den nächsten Folgen uns näher Player wie Marktjagd.de, MeinProspekt.de, Nahklick.de und kleinere anschauen.

Betrachten wir uns zunächst einmal die Gesellschafterstruktur von kaufda bzw. der dahinterstehenden Gesellschaft – die Juno Internet GmbH (Stand 18.04.2012):

Axel Springer AG            71,62 %
Juno Internet GmbH        4,37%
CG Ventures GmbH          8,94%    (GeFü Christian Gaiser)
TMM Ventures GmbH      8,94%   (GeFü Tim Marbach)
TCF Ventures Ltd              6,13%    (Thomas Frieling)

Entsprechend der vorliegenden Infos ist Axel Springer demnach zum 3.3.2011 Anteilseigner geworden.

Gründerszene kolportiert, dass der Kauf der Anteile durch Axel Springer zwischen 25 und 30 Mio. EUR gekostet haben soll.

Betrachten wir uns einmal die aktuellsten Zahlen – sprich den Jahresabschluss zum 31.12.2010, so finden wir folgendes:

Demnach wurden in den vorliegenden zwei Jahren 989.658 EUR „verbrannt“. Das nenne ich mal eine würdige Burn Rate – rechnet man mal hypothetisch weiter, wie weit kaufda dann ohne den Einstieg von Axel Springer mit der zum 31.12.2010 bestehenden Cash Reserve gekommen wäre (643 TEUR / 12 = 54 TEUR monatliche Cash Burn Rate in 2010) – ergibt bisschen mehr als ein halbes Jahr (sprich exakt 7,59 Monate). Vernachlässigen wir an dieser Stelle bewusst Forderungen und Verbindlichkeiten, zumal diese in 2010 beide extrem in die Höhe geschossen sind und aufgrund des verkürzten Abschlusses sinnhafte Informationen hierzu fehlen.

Selbst wenn man das Geschäftsmodell als extrem innovativ bewerten würde (was sich allein schon aufgrund der bestehenden und aus meiner Sicht teilweise innovativeren Konkurrenz verbieten sollte), fällt es mir als Ökonom extrem schwer nachzuvollziehen, woher die genannten Kaufpreise kommen sollen. Zum damaligen Zeitpunkt war die Firma offenbar weit entfernt vom Break Even. Ob die bis dahin beteiligten Dr. Glänzer und Co. weitere Millionenbeträge reingepumpt hätten?

Fazit:

Dies in Summe lässt mich an der Sinnhatigkeit des Geschäftsmodells zweifeln und vor allem an den genannten Kaufsummen, zumal ich davon ausgehe, dass Axel Springer durchaus des Rechnens mächtig ist und vor allem sie mit Sicherheit wussten, was ihre Mediapower für die Juno Internet GmbH bedeutete. Vielleicht ergaben sich die genannten Summen aber auch wiederum „nur“ aus zugesagter Mediapower – ein altbekanntes Spiel vor allem von Investoren aus dem Mediabereich, die gern mit Bruttomediainvestitionsangaben die Werthaltigkeit einer Investition nach Außen in die Höhe treiben.

To be continued…

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